Selbstdiagnose


Ich bin eine Frau, wozu ich, ganz objektiv betrachtet, wirklich nichts kann. Und ich möchte es auch gar nicht anders haben! Trotzdem leide ich hin und wieder an mir selber. Weil Verstand und "der Rest" nicht immer kompatibel sind.

Ich bin stolz auf meinen Verstand, meine Eigenständigkeit, mein Niveau, meinen Geschmack, meine Sicht auf die Welt und meine Fähigkeit, auch komplexe Zusammenhänge relativ zügig zu erfassen. 
Und doch vereinen sich ausgerechnet in mir alle zu diskutierenden oder geradezu lächerlich typischen, weiblichen Eigenschaften. Ich steh auf romantische Filme mit Happy end und auf Actionfilme mit männlichen Männern. (Wobei Arnie Schwarzenegger und Tom Cruise nicht mein Ding sind. Warum auch immer ... die find ich blöd.) Und ich war den Tränen nahe, als in einem Disneyfilm mal ein Glühwürmchen gestorben ist.
Ich hasse meine Figur und esse Eiskrem, wenn ich traurig bin. Ich trage generell keine braven weissen Blusen aber umso lieber enge Jeans und kurze bunte Röcke. Ich schminke mich gerne und benutze Parfüm. Ich esse nur orange Gummibärchen und mag Donald Duck. Ich rede zu viel, finde meinen Hintern unschön, meine Beine zu kurz und meine Falten zu vielfältig. Ich habe Anfälle von extrem schlechter Laune ohne Begründung und heul mich auch beim zwanzigsten Mal "Love story" noch weg, weil ich jedesmal wieder hoffe, diesmal geht es gut aus. Ich kaufe Bücher, weil mir das cover gefällt und schmeisse mich ergriffen auf’s Sofa, wenn Tom Waits, Leonard Cohen oder Joe Cocker singen – wenn mir danach ist. Aber mein Lieblingslied ist von den Toten Hosen und heisst „Lügen“!
Ja, ich geb das zu!

Zusammenfassend kann man sagen, ich sammle schlechte Filme, höre merkwürdige Musik und bin unberechenbar, mein Hintern ist hässlich und meine schlimmste Ader romantisch. Mit einem Hauch Micky Maus ... ganz entsetzlich. Mein Gehirn krümmt sich von mir selber.

Der Höhepunkt ist und bleibt allerdings die Tatsache, dass ich auch noch gerne Schuhe kaufe. Ja, ist so! Ich bin ein wandelndes, Fleisch gewordenes Vorurteil. Eine Karikatur meiner selbst.
Wenn ich Schuhe kaufe, setze ich Hormone frei, glaube ich. Und am liebsten würde ich jedes Paar Schuhe in sieben verschiedenen Farben kaufen. Und wenn Schuhe nicht passen oder doof an mir aussehen, dann krieg ich die Wut. Sehr die Wut. Und dann ziehe ich Chucks an, weil ich Chucks liebe. In jeder Farbe. Nur nicht in beige. Und orange. Und lila. Aber sonst in jeder Farbe. Außer in bunt. Oder mit Herzchen und Totenköpfen.

Alles ganz einfach und logisch, oder? Sag ich doch!


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